Ningbo (18.09.2005)

Und weiter mit dem Kontrastprogramm. Mit der Fähre ging es wieder zurück auf das Festland und von dort dann per Bus nach Ningbo, einer recht wohlhabenden Hafenstadt, von der man natürlich noch nie zuvor etwas gehört hat trotzdem mehr Einwohner als Berlin hat…

Ankunft

Mautfinanzierte Schnellstraßen, Bauernhäuser mit in der Sonne glänzenden, lackierten Ziegeldächern und pieksaubere Industriegebiete waren der erste Eindruck, kilometerlang mit gepflegten Blumenbeeten, wuselnden Gärtnern und das alles bei brennender Sonne. Langsam begannen wir das Jobwunder China zu verstehen.

Tianyi-Ge

Jeder Stadt ihr schöner Garten. Der Tianyi-Ge im Stadtzentrum beherbert außerdem noch eine Bibliothek und eine kleine Ausstellung über traditionelle Spiele. Alles sehr hübsch und doch irgendwie künstlich. Chinesisch eben.

Spieler

Gewagtes Spiel - die zig hungrigen Fische zu fotografieren… Die Mahjongg-Steine waren übrigens einbetoniert und eh zu groß für das Handgepäck.

Straßenszenen

Nach dem Gartenbesuch musste etwas Handfestes her, gern genommen wird da ein Imbiss ohne englische Karte aber dafür mit Tellern zum Draufzeigen. Andreas und Thomas hat es auch gut geschmeckt. Der Fensterputzer hat hoffentlich sein Pausenbrot eingepackt. Armer Kerl, so allein da oben. Wir sind dann noch durch ein traditionelleres Viertel gelaufen, wie üblich in China sind alt und neu hier nur eine Straßenecke voneinander getrennt. Das Plakat bringt übrigens die Ein-Kind-Politik nahe - immerhin ein Koffer zusätzlich scheint erlaubt. Dann haben wir den richtigen Weg zurück ins Hotel gewählt.

See und Innenstadt

Die Kirche haben seefahrende Christen hinterlassen. Der See in der Stadtmitte dagegen ist eine Hinterlassenschaft des blühenden Handels der Neuzeit. Künstlich und doch beeindruckend schön. Abgesenkte Bürgersteigkanten für Rollstühle, zwitschernde Ampeln (Video) und eine Portraitfoto-Location.

Abend

Ningbo blieb aber noch aus einem anderen Grund in Erinnerung. Die Stadt ist touristisch nicht wirklich erschlossen, eben eher eine Geschäftsstadt mit einem eigenen Stadtviertel nur mit Modeboutiquen… Und weil sich hier eben keine Langnase verirrt, wird man angestarrt. Massiv. Wie irritierend das nur ist, wenn man sonst überall als „normal“ durchgeht - lehrreich. Nun, auch Ningbo wird sich ändern und wenn es nur der 43. KFC neben dem 28. McD oder einfach nur richtiges Bier ist.

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